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Wir begrüßen unseren neuesten Benutzer: tvp
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12.05.2005, 16:30
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lernt noch alles kennen
Registriert seit: 12.05.2005
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Erfahrungen mit Tranylcypromin (Jatrosom, Parnat)?
Hallo,
ich habe in den letzten Jahren ohne großen Erfolg verschiedene SSRIs und TZAs genommen. Clomipramin wirkt noch einigermaßen, macht mich aber sehr müde.
Wer hat Erfahrungen mit Tranylcypromin (erhältlich als Jatrosom oder Parnat)? Wie groß sind die Probleme mit Nahrungsmitteln, wie sehr macht es müde?
Grüße,
Boris
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12.05.2005, 17:42
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Guru
Registriert seit: 19.04.2005
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Trancylcipromin
Hallo Boris,
was ich darüber weis ist, dass es ein Antidepressivum der Momoaminooxidasehemmer (MAOH) ist.
Es wird bei Depressionen angewendet, hat eine gute Antidepressive Wirkung bei Nichtansprechen von TZA und bei Therapieresistenz.
Auch angewandt wird es bei Panikstörung und Zwangsstörung.
Da gibt es positive Resultate von Doppelblindstudien.
Man beginnt mit 10 mg, später 20 mg.
Nebenwirkungen können sein: innere Unruhe, sowie Schlafstörungen. Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit.
Diese NW gehen nach Wirkungseintritt wieder meist zurück.
Muss halt alles angegeben werden, auch wenn du vielleicht sogar keine NW haben könntest.
LG
Wenkie :)
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12.05.2005, 22:11
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Stammgast
Registriert seit: 29.04.2005
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Ich hab Tranylcypromin vor vielen Jahren mal ausprobiert. Gebracht hat's damals nichts. Wegen der Möglichkeit eines sehr gefährlichen Blutdruckanstieges beim Verzehr von gewissen Nahrungsmitteln (Käse, Saubohnen) muß man auf die Diät achten. Tranylcypromin hat auch Wechselwirkungen mit zahlreichen anderen Medikamenten. Müde macht es normalerweise nicht, eher das Gegenteil, das es in höherer Dosierung auch amphetaminählich wirkt. Sehr wichtig ist, dass beim Medikamentenwechsel zum/vom Tranylcypromin für 1 - 2 Wochen kein AD eingenommen werden darf.
Falls nicht schon geschehen solltest du besser erst mal das Moclobemid, einen reversiblen Monoaminoxidase-A Inhibitor, versuchen. Das ist wesentlich besser verträglich und viel sicherer, wirkt aber ähnlich.
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13.05.2005, 12:02
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lernt noch alles kennen
Registriert seit: 12.05.2005
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Hallo Fred,
über Moclobemid habe ich noch nichts gutes gelesen. Mein Psychiater sagt, daß Tranylcypromin besser wirkt.
Was wirkt bei dir, wenn Tranylcypromin nicht wirkt?
Boris
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13.05.2005, 16:58
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Stammgast
Registriert seit: 29.04.2005
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Hallo Boris,
ich komme sehr gut mit Mirtazapin zurecht. Mich macht es nicht wie andere verfressen, und die anfängliche Müdigkeit hat sich auch gegeben. Das Tranylcypromin habe ich allerdings vor vielen Jahren genommen, nicht während meiner derzeitigen Depression. Damals hat bei mir auch nichts geholfen.
Ein großes Problem mit dem Tranylcypromin ist halt, dass es viele und zum Teil lebensbedrohliche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten haben kann, z.B auch mit starken Schmerzmitteln. Wenn du das einnimmst, solltest du immer in deiner Brieftasche einen Hinweis darauf mitführen, falls du mal einen Unfall oder dergleichen hast.
Aber wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind kann man bei Therapieresistenz auch dieses Medikament ausprobieren. Leider gibt es ja nicht allzu viele Optionen, wenn man auf die üblichen ADs nicht anspricht.
Falls du einen Versuch mit dem Tranylcypromin machst wäre es schön, wenn du hier von deinen Erfahrungen berichten würdest. Ich glaube, es gibt nicht viele Patienten, die mit diesem Wirkstoff behandelt werden.
Es gibt übrigens eine Studie, in der Tranylcypromin im Doppelblindversuch mit Moclobemid verglichen wurde. Dabei waren beide Wirkstoffe ähnlich gut wirksam:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/q...t_uids=8127928
Zu den Nachteilen von Tranylcypromin zählt die Blutdrucksenkung, oft verbunden mit Schwindel, besonders beim Aufstehen. Außerdem verhindert es den Traumschlaf, was auch nicht gerade gesund ist. In dieser Studie wirkte es bei 5 von 17 Patienten, die auf trizyklische AD nicht ansprachen:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/q...t_uids=8408980
Hier ist noch eine Studie, in der Tranylcypromin mit Phenelzin (in D nicht erhältlich) verglichen wurde. Dabei traten mit beiden Medikamenten bei 21% der Patienten erhebliche Nebenwirkungen wie Unruhe, Schlaflosigkeit und Schwindel auf:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/q..._uids=15554763
Eine Alternative bei therapieresistenter Depression wäre noch die Verabreichung von einem trizyclischen AD, insbesondere Imipramin, zusammen mit Amantadin. Damit wurde in einer neuen Studie in Polen sehr gute Ergebnisse erzielt:
http://www.if-pan.krakow.pl/pjp/pdf/2004/6_735.pdf
Die synergistische Wirkung von Amantadin und Imipramin wurde auch in Tierversuchen sehr gut belegt. Die Links hierzu spar ich mir jetzt mal.
Auch zur Wirkungsverstärkung anderer ADs scheint Amantadin bei behandlungsresistenter Depression geeignet:
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/q..._uids=12598820
Es gibt noch einige andere Studien, die darauf hindeuten, dass der Zusatz von Amantadin zu einem AD sehr gut verträglich ist und den Patienten vor allem mehr Energie gibt. So berichteten Patientinnen, denen Amantadin zur Bekämpfung der durch Fluoxetin ausgelösten sexuellen Funktionsstörungen gegeben wurde, über deutlich mehr Energie:
http://ajp.psychiatryonline.org/cgi/...full/157/2/239
Ich habe die Studien zu Amantadin bei Depression erst kürzlich entdeckt, aber ich bin sehr angetan davon. Gerade an Energie fehlt es mir, während die traurige Stimmung und die tiefschwarzen Gedanken sich durch das Mirtazapin sehr gut gebessert haben. Mir steht Amantadin inzwischen zur Verfügung, und ich werde in den nächsten Tagen mit der Einnahme beginnen. Mal sehen, vielleicht hilft's ja.
PS: leider führen die Links alle zu englischensprachigen Texten, ich weiß nicht ob dir das was nützt.
Viele Grüße aus BC,
Fred.
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13.05.2005, 21:52
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Guru
Registriert seit: 19.04.2005
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Antwort
Hallo Fred,
ja du musst auf die Diät achten. Thyraminhaltige Lebesnmittel,
wie Käse usw. sollte man meiden.
Wie kommst du inzwischen mit deinem Medi zurecht?
Nimmst du es noch?
Es muss nämlich, trotz der negativen Postings nicht heißen, dass es bei dir nicht wirkt oder hilft. Du musst es eben ausprobieren!
Andere komme ganz gut damit klar.
LG
Wenkie :)
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16.05.2005, 21:12
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lernt noch alles kennen
Registriert seit: 12.05.2005
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Hallo Fred,
danke für die Medline-Links. Die Studiendauer im Moclobemid-Tranylcypromin-Vergleich war recht kurz, aber ein Versuch ist Moclobemid wert. In einer anderen Studie habe ich gelesen, daß man es bei Therapieresistenz auch mit SSRIs in niedrigen Dosen kombinieren kann.
Remergil hat mich extrem müde gemacht. Imipramin habe ich noch nicht genommen, allerdings haben mich bisher alle TZA müde gemacht, auch solche, die angeblich nicht sedieren.
Grüße,
Boris
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18.05.2005, 00:15
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ganz neu hier
Registriert seit: 18.05.2005
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Jatrosom
Hallo Boris,
bin gerade im Nachtdienst und durch Zufall auf Deine Frage gestoßen. Ich kann aus meiner Sicht Jatrosom nur uneingeschränkt empfehlen.
Vor 2 Jahren bin ich an einer starken Depression erkrankt. Die Erkrankung schaukelt sich langsam immer höher. Ich konnte nicht mehr schlafen und habe sehr stark abgenommen. Ich bekam immer mehr Ängste, und grübelte ununterbrochen. Selbst einen Krimi im Fernsehen konnte ich mir nicht mehr anschauen. Das schlimmste in der Depri Zeit aber waren für mich unwirklichkeits- Gefühle (Derealisation). Ich dachte ich werde verrückt.
Mein erstes Medikament war Remergil. Das hat mich völlig umgehauen weil ich nur noch müde war.
Weil es mir so schlecht ging habe ich mich an die Christoph Dornier Klinik in Münster gewendet. ( http://www.c-d-k.de)
Dort war ich 4 Wochen in stationärer Behandlung. In der Klinik hat man mir Jatrosom empfohlen.
Weil die kleinen Pillen grün sind, kann ich mich noch an die Worte meiner Frau erinnern: „Grün ist die Hoffnung“. Und sie sollte Recht behalten.
Aus Sorge vor Nebenwirkungen habe ich die erste Jatrosom Pille geviertelt :) ! Langsam habe ich die Dosis erhöht bis zu 5 Pillen am Tag!! 2 morgens und 3 mittags. Nach etwa 6 Wochen stellte sich eine leichte Besserung ein. Nebenwirkungen wie Bluthochdruck habe ich selbst bei der hohen Dosierung von 5 Pillen nie gehabt. Ich stellte wohl fest, dass ich weniger Schlaf benötigte, denn nachts war ich oft wach und fühlte mich super. Trotzdem war ich nie müde. Mit der Zeit habe ich das Medikament immer weiter heruntergefahren (Zeitraum 2 Jahre).
Parallel zur Medikation sollte man einen Psychiater aufsuchen.
Heute kann ich sagen:“Ich bin geheilt!!!!!!“. Es geht mir wirklich seit einem Jahr super gut. Ich wünsche Dir Boris und allen anderen die mit Depressionen zu kämpfen haben alles Gute. Denkt daran obwohl es oft sehr schwer ist: „ Depressionen sind heilbar!!“
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25.05.2005, 18:51
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lernt noch alles kennen
Registriert seit: 12.05.2005
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Hallo Roby,
seit gestern nehme ich Jatrosom und Amitryptilin (10 mg abends). NW habe ich noch keine bemerkt.
Grüße
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02.06.2005, 16:58
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lernt noch alles kennen
Registriert seit: 12.05.2005
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Ich nehme seit über eine Woche Jatrosom, erst 10 mg/d, seit Montag 20 mg/d, und habe nicht den Eindruck, daß es etwas nützt.
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